
Krisen & Notfall

Sie befinden sich in einer akuten Notsituation?
Sie befinden sich in einer Krisensituation?
Kontaktieren Sie Ihren Arzt/ Ihre Ärztin oder Ihre*n Psychotherapeut*in oder:
Wir kennen wohl alle das Gefühl, in einer Krise zu stecken. In den meisten Fällen schaffen wir es, diese alleine zu bewältigen. Auch in psychischen Krisen gelingt es mittels eigener Ressourcen häufig, diese wieder abzuwenden. Manchmal reichen die eigenen Kräfte und Ressourcen nicht aus, um eine psychische Krisensituation alleine zu überwinden. Hier kann ein sofortiges Intervenieren notwendig werden. Dann sprechen wir von Notfallsituationen.
Unter den folgenden Punkten möchten wir Ihnen Informationen zu Krisen- und Notfallsituationen zur Verfügung stellen. Wir richten uns in der Unterteilung an Betroffene und zum anderen an Angehörige und Fachkräfte. Fühlen Sie sich gerne eingeladen, sich beide Informationsseiten anzugucken. Diese sind nämlich unterschiedlich aufgebaut.
Da sich Krisensituationen dadurch auszeichnen, dass sich Betroffene selber helfen bzw. Hilfe anfordern können, wird unter dem Punkt „Informationen für Betroffene“ vertieft auf solche eingegangen. Hier finden Sie auch ein Muster für einen Krisen- und Notfallplan.
Für Angehörige und Fachkräfte kann es mitunter schwer sein, abzuschätzen, ob sich jemand in einer Krisen- oder Notfallsituation befindet. Im Fall einer Notsituation ist dabei ein schnelles Einschreiten erforderlich. Da jede Krisen- und Notfallsituation individuell ist, gibt es hier keinen standardisierten Lösungsweg. Unter dem Punkt „Informationen für Angehörige und Fachkräfte“ möchten wir Ihnen trotzdem einen Leitfaden an die Hand geben, der als Orientierungshilfe für Krisen- und Notfallsituationen stehen kann.

Krisen- und Notfallsituationen – Informationen für Betroffene
„Krisen sind ein Zeichen von Lebendigkeit. Dieses Lebendigsein ist herausfordernd, anstrengend, manchmal erschöpfend“, beginnt Dr. Manuel Rupp, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeut, ein Kapitel in seinem Buch „Psychische Krisenintervention“ (2018). So sind wir in unserem alltäglichen Leben immer wieder mit Krisen konfrontiert. Was dabei als Krise empfunden wird, ist sehr subjektiv. Meist werden ganz normale Übergänge im Leben als krisenhaft erlebt und in der Regel – wenn auch mit Mühe – gut überstanden.
Im Fall einer psychischen Krise ist das psychische Gleichgewicht gefährdet. Auslöser sind häufig äußere Belastungssituationen (z.B. Traumatisierung durch einen Unfall, Zusatzbelastungen) oder Beziehungskonflikte. Besonders anfällig sind dabei Personen mit vorbestehender psychischer Störung oder auch Menschen in sozialer Not.
Manchmal reichen die eigenen, zur Verfügung stehenden Ressourcen oder die des privaten Umfeldes aus, um die psychische Belastung zu bewältigen. Hier kann ein in stabilen Zeiten erstellter Krisenplan, in dem u.a. Bewältigungsstrategien festgehalten sind, die sich für einen in der Vergangenheit als hilfreich erwiesen haben, Unterstützung bieten.
Sind Ressourcen erschöpft oder nicht ausreichend, kann das Einschalten einer professionellen Hilfe erforderlich sein. In einem Notfallplan können bereits im Vorfeld entsprechende Notfallkontakte festgehalten werden, wie zum Beispiel die Telefonseelsorge (0800 1110111/ 0800 1110222) oder Kontaktdaten des*der Therapeut*in. Ein Notfallplan sollte in jedem Krisenplan integriert sein.
Besonders abzugrenzen von psychischen Krisen sind Notfallsituationen. In einem Notfall besteht das dringende Risiko einer Selbst- oder Fremdgefährdung. Hier ist das psychische Gleichgewicht gestört. Die eigenen Ressourcen und jene der Umwelt reichen zur Bewältigung nicht mehr aus und eine professionelle Notfallintervention ist schnellstmöglich notwendig. Oft sind hier der Rettungsdienst (112) oder die Polizei (110) einzuschalten, besonders, wenn Betroffene nicht mehr kommunikationsfähig sind.

